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PB400 ParkPro 4F Winde

von Albert Türtscher

Nachdem es mein PB400 ParkPro 4F bei Neuschnee nicht den Hang hinter dem Haus hinaufschafft, war es schon länger mein Plan, dass er eine Winde haben muss. Und als ich dann ein Bild von einem Original PB400 W mit Switchblade sah, noch dazu mit einem schwarzen Arm, der optisch perfekt dazu passt, ging ich endlich die Planung an. 


Ein Bausatz für eine 4,0 to Winde liegt nämlich schon ewig bei mir herum, schließlich stammen ja die Abdeckungen von mir. Mit der Einführung der aktiven Winde bekamen die Winden einen neuen, verstärkten Arm, der optisch an der abgerundeten Form erkennbar ist. Dieser ist übrigens bei allen 4,5 to Winden verbaut, und nachdem Pistenking auch davon einen Bausatz anbietet, habe ich den Arm dann zusammen mit dem neuen Windenbock und dem restlichen Zubehör bestellt. Also blieb vom ursprünglichen Bausatz nicht mehr viel übrig, das ich weiterverwenden konnte. Glücklicherweise passt der neue Arm fast problemlos auch auf die 4,0 to Winde. 

Das Biegen der Blechteile für den Arm ist eine Herausforderung, aber gelang glücklicherweise auf Anhieb. Die Teile habe ich in mehreren Etappen mit UHU plus endfest 300 im Backofen verklebt, das erleichtert das genaue Positionieren. Für die Abdeckungen setzte ich den Vorschlag von Melvin Müller um und zeichnete Verstärkungsrahmen, die ich aus Nylon drucken ließ. Diese sind im AT modellbau Webshop auf Shapeways erhältlich. Zur Fixierung sind unten Magnete angeklebt, und die Scharniere machte ich abweichend von der Bauanleitung aus Alu-Blechwinkeln, was deutlich originalgetreuer ist. 

Die Winde selbst soll natürlich funktionsfähig sein, weil sonst käme ich ja besagten Hang nicht hinauf. Es gibt nur wenige Modellbauer, die eine angetriebene Winde umgesetzt haben, und noch weniger, die dafür wie beim Original einen Spillkopfantrieb verwenden. Großen Dank an dieser Stelle an Adrian Humbel und Melvin Müller für ihre wertvollen Tipps. 


Es flossen viele Stunden an Planung in das CAD-Modell, bis ich dann den aus einem Stück bestehenden Windenrahmen als Druckteil beauftragen konnte. Für das Drehen der Nuten in den Seilrädern und dem Spillkopf habe ich mir einen speziellen Drehstahl geschliffen. 

Der Rahmen ist dem Original nachempfunden und passt perfekt in das Gehäuse der Winde, stellenweise geht es unter den Abdeckungen sehr knapp zu. Hier war es bei der Planung von Vorteil, dass ich noch die CAD-Modelle für die Abdeckungen hatte. 


Der Spillkopf wird über einen Zahnriemen von einem Getriebemotor angetrieben, der innerhalb der Trommel sitzt. Die Trommel selbst wird von einem kleineren Getriebemotor über ein Ritzel angetrieben. Die Winde besitzt eine elektronische Seilkraftregelung, wobei die Seilkraft über die Fernsteuerung eingestellt werden kann. 

Auf dem Foto rechts sieht man den Spillkopf mit dem Seil. Ich verwende ein aus dem Anglerbedarf stammendes Dyneema-Seil. Diese sind hochfest und dehnen sich nicht, mit etwas Suchen fand ich dann auch ein graues Seil im maßstäblich richtigen Durchmesser, das gut dem Stahlseil des Originals entspricht. 


Das Testen und Inbetriebnehmen der Winde ist ein Geduldsspiel, denn ein Seilsalat entsteht sehr schnell, und dann ist oft Zerlegen und erneutes Einfädeln angesagt.

Beim Testen erwies sich der ursprüngliche Trommelmotor als zu schwach, ich musste einen stärkeren Motor einbauen, wozu dann auch der Rahmen abgeändert und neu gedruckt werden musste. So eine Spillkopfwinde ist leider keine billige Angelegenheit. 


Auf dem Bild unten sieht man den Windenprüfstand, und wer mit dieser Webseite vertraut ist, erkennt den Hydraulikprüfstand wieder, den ich für diesen Zweck schnell angepasst hatte. Die berechnete Seilkraft von 36 N, welche maßstäblich gut den 4 to des Originals entspricht, konnte ich durch Messung bestätigen. Also die Winde entwickelt eine ganz ordentliche Kraft!

Weitere Details wie die Beleuchtung und die ferngesteuerte Verriegelung der Winde werden natürlich auch noch gemacht werden. Aber bis zum Winter ist ja noch etwas Zeit. :-)


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